"Aufruf letzter Zeugen – Spuren in die Vergangenheit" (2007)
Euthanasie in Sachsen
Pirna Sonnenstein war eine der 6 Tötungsanstalten in
Deutschland, in denen die Nazis ihr „T 4“-Programm
durchgeführt haben. Die auf dem Sonnenstein begangenen
nationalsozialistischen Verbrechen gehören leider
nicht zum Geschichtsverständnis der Bürger Sachsens.
Der Film will die Öffentlichkeit über die Vorgänge dort in
den Jahren 1940/41 mittels Zeitzeugenbefragungen und
Tatortbesichtigungen informieren. Im Mittelpunkt steht
dabei der einzige Euthanasie-Prozess in der damaligen
Ostzone, deren Jahrestag sich 2007 zum 60. Mal jährt.
Die Dresdner Filmemacherin Heide Blum wurde vor allem
bekannt durch ihre bemerkenswerten Filme über Euthanasie-
Schicksale: so der Malerin Elfriede Lohse-Wächtler
und dem der Kinder und Jugendlichen aus Großhennersdorf,
die alle Opfer des „T- 4“ Programms der Nationalsozialisten
wurden und die man auf dem Sonnenstein bei
Pirna in Sachsen tötete.
In ihrem neuen Film unter dem Titel:
„Aufruf letzter Zeugen – Spuren in die Vergangenheit“
geht sie auf den Spuren ihrer eigenen Familie.
Bei der Suche nach Unterlagen ihres Verwandten, die sich
verloren haben in dem Dickicht der Tausenden von Akten
von Menschenschicksalen, findet sie Zeitzeugen und
Betroffene, die über das fürchterliche Geschehen auf dem
Sonnenstein berichten können. Sie weitet das Thema aus,
auf noch lebende jüdische Zeugen aus den ehemaligen
Vernichtungslagern des Nationalsozialismus.
Denn die Tötung von Behinderten und psychisch Kranken
war nur die Vorstufe zur fabrikmäßigen Auslöschung und
damit der Versuch zur totalen Tilgung von jüdischen Menschen
und Andersdenkenden.
(Der Film wurde gefördert durch Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, SLM, Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Kuratorium Sonnenstein e.V.)




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